Celestino Piatti »Alles, was ich male, hat Augen«,

Christoph Merian Verlag, dtv.

Ein wahres Prachtexemplar von Buch zum 100. Geburtstag von Celestino Piatti.

Mein erstes Piatti-Buch bekam ich geschenkt, und zwar das Songbook »Long live Rock« von den WHO. Auch wenn es sich dabei nicht wirklich um eine einen »100-prozentigen Piatti« handelte, da der Umschlag ohne die typische Illustration Piattis auskommen musste, waren mir die weißen dtv-Umschläge von diesem Tag an ein Begriff.  

Scheinbar fremdelte Piatti auch ein wenig. Die Erklärung dafür liefert Piatti in dem Buch selber, als er in einem Brief an den Verleger und geschäftsführenden Gesellschafter des dtv Heinz Friedrich schreibt: 

»Ich sende alle Unterlagen zurück mit der Begründung, dass ich nicht der richtige Mann für diesen Umschlag bin. Da könnte ein junger Rock-Pop-Grafiker mithelfen. Mein Vorschlag hat jedenfalls die Rock-Disko-Stimmung vermittelt, die jeden anfällt, der diese Lokale kennt.«

Und hier die U4 von unserem Prachtexemplar.

Wie kommt Piatti darauf, nicht der richtige Mann zu sein, der ein Buchumschlag gestalten könnte? Wenn man das wunderbar gestaltete Buch »Alles, was ich male, hat Augen«, welches zum 100. Geburtstag des Künstlers erschienen ist, einmal durch hat, besteht überhaupt kein Zweifel mehr an der außergewöhnlichen Begabung und dem Talent, das Piatti in seiner über 50 Jahre andauernden Karriere an den Tag legte.

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Ins Netz gegangen

Auf einer meiner letzten Recherchereisen wäre ich dem Web doch glatt ins Netz gegangen. Auf der Suche nach weiteren Informationen zum Thema Penguin Buchcover-Design bin ich über den Umschlag »Children & Hallucinogens« aus der Reihe »Penguins Guides« gestolpert. Eigentlich hätte ich schon beim Titel hellhörig werden müssen. Zumal im Untertitel »Die Zukunft der Disziplin« gepriesen wird.

Greifen Sie zum LSD, wenn die kleine Lea mal wieder beim Basteln Unfug macht.
Schonwaschgang oder gleich schleudern?
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Pulp Fiction: Von Groschenromanen und Herrenmagazinen

1 A Pulp Fiction. Null Ausstattung, billigstes Papier und »Gib’s ihm«-Typografie.

Die meisten Menschen werden bei dem Begriff »Pulp Fiction« an den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1994 von Quentin Tarantino denken. Dass es sich dabei auch um einen umgangssprachlichen Begriff aus dem Englischen handelt, ist wahrscheinlich weniger bekannt. Auf Deutsch trifft es das schöne Wort »Groschenroman« am ehesten. Wobei sich »Pulp« auf eine billige Sorte Papier und »Fiction«, nun ja, auf Erfundenes bezieht. Es gab (und gibt) die unterschiedlichsten Genres in dieser Gattung. Ob erotisch angehauchter Roman, Kriminal- oder Gangsterstoff oder eben, wie hier zu sehen, Geschichten aus dem Wilden Westen. In Deutschland kommen die Hefte aus dem Bastei Lübbe Verlag ihren amerikanischen Schwestern und Brüdern im Geiste wohl am nächsten. Vielleicht ein Thema für einen zukünftigen Blogeintrag.

Von Ausstattung braucht man hier nicht zu sprechen. Wobei die abgebildeten Exemplare, die aus dem Antiquariat Orban & Streu in Frankfurt stammen, immerhin über einen roten Buchschnitt verfügen. Was bei Büchern dieser Art aber keine Seltenheit ist. Der oder die Illustratorin bleiben namenlos. Allerdings sind in den letzten Jahren eine ganze Reihe Bücher erschienen, die sich mit diesem Genre beschäftigen. Bei IDW Publishing ist 2017 »The Art of Pulp Fiction: An Illustrated History of Vintage Paperbacks« erschienen, welches ich als Standartwerk bezeichnen würde.

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Die Sonderausgabe

Ein Gespräch mit Stephan Schöll, freier Grafik-Designer und Art Director.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100. jährigen Geburtstag von Celestino Piatti wurden fünf aktuelle Bestseller bei dtv neu gestaltet. Grundlage waren Originalillustrationen von Piatti, die erstmals für Buchumschläge verwendet wurden. Die Schutzumschläge wurden von Stephan Schöll, dem Art Director bei dtv, gestaltet. Stephan war so nett, uns ein paar Fragen zu dem Projekt zu beantworten.

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