U1, 2, 3 Los geht’s!

Zugegeben, Eichmann ist natürlich ein harter Einstieg, aber das Cover von Zeren Design aus Berlin ist einfach zu gut. Also macht »Das zweite Leben des Adolf Eichmann« von Ariel Magnus, im August 2021 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, den Anfang. Das Cover auf dem Schutzumschlag arbeitet mit einer Doppelbelichtung anstatt, wie sonst bei historischen Themen oft üblich, mit einzelnen Fotos. Die Montage der Bilder innerhalb der Silhouette ist formal auf jeden Fall eleganter und hat das Cover für mich zum Hingucker gemacht. Darüber hinaus sind die Bilder von Eichmann entweder im Anschnitt oder unvollständig eingebaut. Der Mann, der seinerzeit über die Rattenlinie nach Südamerika geflohen ist und lange unerkannt in Argentinien gelebt hat, bleibt auch auf dem Cover nicht eindeutig erkennbar. Ein weiterer Pluspunkt für das Konzept der (uneindeutigen) Doppelbelichtung.

Dabei ist auch der Titel gepflegt positioniert. Noch ein bisschen Rot ins Bild gemischt, auf dem ansonsten in Grautönen gehaltenen Cover – fertig ist die Laube. Wenn man Erbsen zählen wollte, könnte man sagen, das Wort »Roman« hätte ein My nach rechts gekonnt und vielleicht der Autorenname eher nach oben…? Geschenkt!

Warum also ausgewählt? Weil es ein Hingucker ist und weil die Designerin hinter diesem Umschlag einfach geniale Cover gestaltet. Und, um ehrlich zu sein, auch ein bisschen, weil mich das Cover an die Titelsequenz der Serie »True Detectives« erinnert hat.

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Ins Netz gegangen

Auf einer meiner letzten Recherchereisen wäre ich dem Web doch glatt ins Netz gegangen. Auf der Suche nach weiteren Informationen zum Thema Penguin Buchcover-Design bin ich über den Umschlag »Children & Hallucinogens« aus der Reihe »Penguins Guides« gestolpert. Eigentlich hätte ich schon beim Titel hellhörig werden müssen. Zumal im Untertitel »Die Zukunft der Disziplin« gepriesen wird.

Greifen Sie zum LSD, wenn die kleine Lea mal wieder beim Basteln Unfug macht.
Schonwaschgang oder gleich schleudern?
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Pulp Fiction: Von Groschenromanen und Herrenmagazinen

1 A Pulp Fiction. Null Ausstattung, billigstes Papier und »Gib’s ihm«-Typografie.

Die meisten Menschen werden bei dem Begriff »Pulp Fiction« an den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1994 von Quentin Tarantino denken. Dass es sich dabei auch um einen umgangssprachlichen Begriff aus dem Englischen handelt, ist wahrscheinlich weniger bekannt. Auf Deutsch trifft es das schöne Wort »Groschenroman« am ehesten. Wobei sich »Pulp« auf eine billige Sorte Papier und »Fiction«, nun ja, auf Erfundenes bezieht. Es gab (und gibt) die unterschiedlichsten Genres in dieser Gattung. Ob erotisch angehauchter Roman, Kriminal- oder Gangsterstoff oder eben, wie hier zu sehen, Geschichten aus dem Wilden Westen. In Deutschland kommen die Hefte aus dem Bastei Lübbe Verlag ihren amerikanischen Schwestern und Brüdern im Geiste wohl am nächsten. Vielleicht ein Thema für einen zukünftigen Blogeintrag.

Von Ausstattung braucht man hier nicht zu sprechen. Wobei die abgebildeten Exemplare, die aus dem Antiquariat Orban & Streu in Frankfurt stammen, immerhin über einen roten Buchschnitt verfügen. Was bei Büchern dieser Art aber keine Seltenheit ist. Der oder die Illustratorin bleiben namenlos. Allerdings sind in den letzten Jahren eine ganze Reihe Bücher erschienen, die sich mit diesem Genre beschäftigen. Bei IDW Publishing ist 2017 »The Art of Pulp Fiction: An Illustrated History of Vintage Paperbacks« erschienen, welches ich als Standartwerk bezeichnen würde.

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Die Sonderausgabe

Ein Gespräch mit Stephan Schöll, freier Grafik-Designer und Art Director.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100. jährigen Geburtstag von Celestino Piatti wurden fünf aktuelle Bestseller bei dtv neu gestaltet. Grundlage waren Originalillustrationen von Piatti, die erstmals für Buchumschläge verwendet wurden. Die Schutzumschläge wurden von Stephan Schöll, dem Art Director bei dtv, gestaltet. Stephan war so nett, uns ein paar Fragen zu dem Projekt zu beantworten.

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